28 Jahre STOCKWERKJAZZ
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program spring 2022
Musikwerkstatt Graz

 

ABGESAGT!
Do, 13. Jänner 2022, 20:00 Uhr
EDDIE LUIS & HIS JAZZ PASSENGER
Good Vibes Again
featuring: Vid Jamnik
Milos Milojevic (clarinet), Matyas Bartha (piano), Jakob Gönitzer (bass), Eddie Luis (drums); Vid Jamnik (vibraphone)

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STOCKWERKJAZZ

Sophie Abraham
Sophie Abraham

Sa, 15. Jänner 2022, 19:30 Uhr
SOPHIE ABRAHAM - Solo (NL)
Violoncello
Brothers
(CD-Präsentation)

Eintrittspreise: Euro 13,00 / 10,00
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Sophie Abraham

Das Cello aus dem radio.string.quartet ganz alleine! Die in den Niederlanden geborene und u. a. in Graz studierte Musikerin kommt aus der Klassik und arbeitet am heiklen Terrain zwischen Interpretation, Komposition und Improvisation mit Saiten, Stimme und Loops.
Sophie Abraham präsentiert endlich ihr neues, sehr persönliches Album Brothers (cracked anegg records), das sie im Gedenken an ihre beiden Brüder, die 1993 durch eine Lawine ums Leben gekommen sind, komponierte. Kammermusikalisch zwischen Klassik und zeitgenössischen Kompositionstechniken, programmatisch, innovativ, leidenschaftlich. Eine ernste Lady Gala mit steirischer Verbindung.

 

STOCKWERKJAZZ

LOPEZ – KALNEIN – SCHWARZ
SCHWARZ – KALNEIN – LOPEZ

Fr, 21. Jänner 2022, 19:30 Uhr
KALNEIN-LOPEZ-SCHWARZ (A/E)
Heinrich von Kalnein (saxophones), Gina Schwarz (bass), Ramón López (drums, tabla)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Kalnein - López - Schwarz

Nun ist es ja so, dass Heinrich von Kalnein bislang nicht unbedingt lange Schlange vor dem Amt der Geschichtsschreibung stand, um ein Saxophontrio gründen zu dürfen. Vielleicht auch deshalb, weil in dieser herausforderndsten aller Disziplinen für einen Holzbläser wohl auch zu viele stilprägende Größen und Ikonen stehen. Und so wird man auch in keiner Disziplin so schnell und unbarmherzig an irgendeinem Weltmeister dieses Genres gemessen.
Auffällig ist aber, dass der 61-jährige Klangästhet in letzter Zeit immer öfter ohne Netz spielt, also sich mehr und mehr der freien Improvisation zugeneigt sieht, die musikalische Freiheit sucht. Uns im Stockwerk kann jedenfalls nichts Besseres passieren.
Aber bei solch tollkühnen Gangarten sind natürlich blindes Vertrauen und Empathie in der Band unabdingbare Voraussetzung.
Mit der für ihren sprichwörtlichen Instinkt bekannten Bassistin Gina Schwarz, die in letzter Zeit vor allem mit ihrer neunköpfigen Band Pannonica für Furore sorgt, ist das schon einmal die halbe Miete für etwas, was man charismatische Intuition nennt. Und für das heikle Farbenspektrum im instrumental begrenzten Trio konnte Kalnein keinen besseren Perkussionisten finden als den Spanier Ramón López, der in seiner polyglotten Laufbahn zwischen indischer Musik, Afrika und Flamenco unzählige ethnische Elemente aufgesogen hat, die Farbenpracht also gepachtet hat.
Dieses Trio verspricht also neben virtuoser Unmittelbarkeit und synergetischem Sound vor allem auch volle dynamische Breite.

 

STOCKWERKJAZZ

Martin Philadelphy
Martin Philadelphy, Bild: Peter Purgar

Fr, 28. Jänner 2022, 19:30 Uhr
50 Jahre Philadelphy
MARTIN PHILADELPHY TRIO & MARTIN EBERLE (A)
Martin Philadelphy (guitar, vocals), Stefan Thaler (bass), Niki Dolp (drums), Martin Eberle (trumpet)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Martin Philadelphy Retrograde

Das neue Album von Martin Philadelphy ist gewissermaßen eine Corona-Geburt, also das Ergebnis eines intensiven Arbeitsprozesses in den Lockdowns (wie viele waren es jetzt noch gleich?). Retrograde II ist ein sehr abwechslungsreiches und kraftvolles Kompendium musikalischer Ausflüge in den Blues, Swing, Jazz-Rock und ins – wie so oft bei Philadelphy – spielerische Songwriting.
Der Herr mit der schrägen Gitarre ist so etwas, was man anderswo einen Hansdampf in allen Gassen nennt. Da wir aber nicht anderswo sind, bleiben wir beim rastlosen Geist und stilistischen Wüterich. Und wer hat noch den Überblick über die vielen Projekte, Bands und musikalischen Spenglerarbeiten des Tirolers? Wie etwa 6To6 String Dezibel, USB Trio, Missing Dog Head, Badminton, Blind Idiot Gods oder Giant Dwarf?
Das Album Retrograde spielt nun mit der Musik von Elektro Farmer und Trensch, beides ebenfalls Philadelphy-Bands, um dabei gleich einen gehörigen Schritt weiter zu gehen. Unberechenbar und von bizarrer Poesie.

 

STOCKWERKJAZZ

Karl Ratzer
Karl Ratzer

AUSVERKAUFT!
Do, 3. Februar 2022, 20:00 Uhr
KARL RATZER TRIO (A/US)
Karl Ratzer (guitar, vocals), Peter Herbert (bass), Howard Curtis (drums)

Eintrittspreise: Euro 22,00 / 16,00
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KARL RATZER TRIO

Legenden haben unter anderem die Eigenschaft, noch zu Lebzeiten eine besonders bemerkenswerte Lebensgeschichte oder zeitüberdauernde Bedeutung in ihrem Wirken aufzuweisen. Bei Karl Ratzer trifft beides in ikonisierenderweise zu. Wir sagen nur mehr Gipsy Love, Rufus & Chaka Khan, Jeremy Steig, Chet Baker, Art Farmer, Bob Berg oder Steve Grossman, nennen aber auch Dämonen sonder Zahl.
Der Herr mit der blauen Gitarre und den schwarzen Fingernägeln ist eine Naturgewalt als Gitarrist wie als Sänger. Ratzer, der große Meister des entschleunigten Saitenspiels, des glühenden Gitarrentons, des zurückgelehnten Grooves und der subtilen Balladen könnte es sich längst in der Hall Of Fame der Jazzgitarristen gemütlich machen. Je nun – die Dämonen. Aber Karl Ratzer steht heute mit beiden Beinen fest auf dem Boden und präsentiert sich in diesem Trio-Format mit Hang zum Blues, Funk und Soul und diesem unsäglichen Southern Touch, den er vielleicht aus irgendeinem Bayou in den Südstaaten hat. Mit einem Ton für die Ewigkeit.

 

STOCKWERKJAZZ

 
verschoben auf 09.02.2023

The Nu Band (US)
The Mark Whitecage Memorial Tour
Thomas Heberer (trumpet), Kenny Wessel (guitar), Joe Fonda (bass), Lou Grassi (drum)

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STOCKWERKJAZZ

Die Hochstapler, Bild: Léa Lanoe
Die Hochstapler, Bild: Léa Lanoe

Fr, 18. Februar 2022, 20:00 Uhr
DIE HOCHSTAPLER (D/I/F)
Louis Laurain (trumpet), Pierre Borel (saxes), Antonio Borghini (bass), Hannes Lingens (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

DIE HOCHSTAPLER

Gewiss, es ist wie ein musikalischer Diskurs. Aber diese Musik funktioniert. Die Hauptquelle der „hochstaplerischen“ Grammatik liegt in der Entdeckung der Schriften des früh verstorbenen Linguisten Alvin P. Buckley aus Chicago. Dieser war ein bahnbrechender Forscher im Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie und ein außergewöhnlicher Musiker, der sich allerdings nach einer denkwürdigen Begegnung mit Karlheinz Stockhausen als solcher zurückgezogen hat. Buckley blieb aber Komponist und schrieb über Ideen für musikalische Spiele, Strukturen und Strategien für kollektive Komposition ebenso wie melodische Fragmente und philosophische Aphorismen für seine Zeitschrift.
Klingt wie Anthony Braxton, oder? Dieser und Ornette Coleman waren auch schon Thema früherer Veröffentlichungen des italienisch-französisch-deutschen Quartetts.
Aber das ist alles andere als kopfig oder gar eine neue Chaostheorie! Die Musik schwingt so hart wie der frühe Ornette und Don Cherrys ineinandergreifende Hörner. Echt aufregend!

 

STOCKWERKJAZZ

The New Cool
The New Cool

Do, 24. Februar 2022, 20:00 Uhr
DAVID HELBOCK - THE NEW COOL (A/D)
David Helbock (piano), Arne Jansen (guitar), Sebastian Studnitzky (trumpet)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

The New Cool

Haben David Helbock und die Seinen im international erfolgreichen Projekt Random Control noch mit vielerlei Instrumenten hantiert, sie während der Stücke sogar mehrfach gewechselt und viele Noten gespielt, oft auch ziemlich wild, geht’s dem Vorarlberger mit seinem neuen Trio aber nun um musikalische Entschleunigung. Weniger ist mehr, hat schon ein unbekannter Mathematiker einmal gesagt.
Mit dem Pianisten Helbock, Trompeter Sebastian Studnitzky und Gitarrist Arne Jansen finden drei außerordentlich markante und renommierte Bandleader bzw. Solisten des europäischen Jazz zu einem außergewöhnlichen, nicht unbedächtigen Trio zusammen.
Alle drei verbindet eine Vorliebe zu klaren Themen, Melodien, Harmonien, einem ausgeprägten, individuellen Sound und einer starken rhythmischen Erdung ihrer Musik. Qualitäten, die auch die Strömung des Cool Jazz der 1940er und 50er Jahre auszeichnete und an die das Trio unter dem Motto The New Cool mit den vielfältigen Einflüssen des Jazz von heute anknüpft. Vor allem geht es aber darum, anstelle großer instrumentaler Kunstfertigkeiten die Stimmungen und Emotionen in den Vordergrund zu rücken. Warum nicht, wenn sie so authentisch sind? Echt cool!

 

STOCKWERKJAZZ

Trevor Watts, Bild: Gerard Rouy
Trevor Watts, Bild: Gerard Rouy

Mi, 2. März 2022, 20:00 Uhr
TREVOR WATTS - VERYAN WESTON - JAMIE HARRIS (GB) 
Eternal Triangle
soprano- & alto sax - piano - congas, darabuka

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

Trevor Watts

Nach wie vor zählt der 83-jährige Veteran zu den herausragendsten Saxophonisten auf der Insel. Sein charakteristischer kraftvoll-lyrischer Tonfall am Sopran- und Altsaxophon war immer schon sein unverwechselbares Markenzeichen.
Mit dem legendären Spontaneous Music Ensemble, das Trevor Watts 1965 zusammen mit dem längst verwichenen Schlagzeuger John Stevens gründete, wurde er zum Pionier und wichtigen Protagonisten der britischen Free-Jazz-Avantgarde. Parallel dazu suchte der Rastlose mit seiner Band Amalgam aber auch eine Verbindung von Free Jazz und Rock, das, was wir damals progressive Jazzrock nannten. Und schließlich führte ihn später eines seiner afrikanisch temperierten Moiré-Projekte sogar zweimal ins Stockwerk.
Mit dem Pianisten Veryan Weston, dem zweiten alten Haudegen dieses ewigen Triangels, verbindet Watts eine lange Zusammenarbeit, eine, die in den frühen 1980er Jahren in den Moiré Music-Ensembles begonnen hatte und bis heute im Duo mit dem bezeichenden Namen Dialogues anhält. Indes Perkussionist Jamie Harris erst um 2000 zu Trevor stieß, als Drummer seiner klanglich opulenten Celebration Band.
Eternal Triangle spielen nun neue Musik von Trevor Watts, Kompositionen, die auf seiner vitalen Moiré-Musikband der 80er Jahre aufbauen und von rhythmischen Strukturen aus Afrika und Südamerika sowie Jazz und zeitgenössischen europäischen Musikformen inspiriert sind.

 

Musikwerkstatt Graz

 

ABGESAGT!
Do, 3. März 2022, 20:00 Uhr
EDDIE LUIS & HIS JAZZ PASSENGER
The J.S BACH Project
Arsenije Krstic (piano), Eddie Luis (5 string contrabass), Dusan Milenkovic (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

 

STOCKWERKJAZZ

Marta Sanchez Quintet, Bild: Tayla Pequeña
Marta Sanchez Quintet, Bild: Tayla Pequeña

Sa, 5. März 2022, 20:00 Uhr
MARTA SANCHEZ QUINTET (US)
CD-Präsentation SAAM (Spanish American Art Museum). Whirlwind Recordings.
Alex LoRe (alto saxophone), Maria Grand (tenor saxophone), Marta Sanchez (piano), Rashaan Carter (bass), Allan Mednard (drums) 

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Marta Sanchez Quintet
CD-Präsentation SAAM (Spanish American Art Museum). Whirlwind Recordings.

Marta Sanchez´ zeitgenössischer Zugang zum Jazz spiegelt etwas unbeschreiblich Spanisches wider: nicht auf überhebliche Weise, sondern nur als sichtbarer Teil des Gesamtdesigns.
Die Musik der gebürtigen Spanierin mit Wohnsitz Brooklyn/NYC zeigt eine scharfsinnige Komponistin mit beherrschter Note, ungezügelter Kompetenz beim Schreiben für zwei Saxophone, erfrischend unkonventioneller Struktur und rhythmischer Flexibilität. Sie sieht ihre Arbeit eher im Fluss des freien Kontrapunkts als in tradierter harmonischer Progression, und die einzelnen Stimmen erinnern zwischendurch an klassische avantgardistische Vorstellungen von Klangfarbenmelodie, die räumlich und prägnant über das Quintett verteilt sind.
Vordergründig verbindet die Pianistin dabei die Raffinesse und Spontanität des Jazz mit Elementen des Funk, der Klassik und einiger volksmusikalischen Schwingungen, wobei eben auch ein spanisches Kolorit durchschimmert.
Ihre sehr gut abgestimmte Band kann bei Bedarf richtig brennen, zeigt aber auch eine ermutigende Fähigkeit zur lyrischen Motiventwicklung und reflektierenden dynamischen Schattierung.

 

STOCKWERKJAZZ

Glauco Venier
Glauco Venier

Mi, 9. März 2022, 20:00 Uhr
JBBG Smål - GRAN RISERVA (A)
feat. Glauco Venier (I)
Horst-Michael Schaffer (vocals, trumpet), Heinrich von Kalnein (soprano- & tenor saxophone, alto flute), Karen Asatrian (keyboards), Thomas Wilding (e-bass), Tom Stabler (drums, electronics); Glauco Venier (piano)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

JBBG Smål - Gran Reserva
featuring Glauco Venier

Aus unserer Reihe Gran Reserva mit der JBBG Smål empfehlen wir diesmal den Jahrgang 1962, eine ausgeprägte friulanische Spätlese mit fruchtigem Zugang.
Aus diesem Jahr stammt Glauco Venier, einer der renommiertesten italienischen Jazzpianisten. Hierzulande bekannt wurde Venier an der Seite von Enrico Rava oder Lee Konitz und mit seinen Landsleuten Massimo Urbani oder Paolo Fresu. Zuletzt in der Steiermark zu hören war der eloquente Pianist im Trio mit der britischen Sängerin Norma Winstone und seinem langjährigen Weggefährten, dem Saxophonisten Klaus Gesing, beim Jazzfestival Leibnitz 2013.
Veniers erstes Soloalbum, ein ruhiges und nachdenkliches Kompendium mit diskreter Percussion, erschien unter dem Titel Miniatures 2016 beim Münchner Renommierlabel ECM.

 

STOCKWERKJAZZ

 

Fr, 11. März 2022, 20:00 Uhr
grazJazznacht
Woody Black 4 (A)
Oscar Antolí (clarinet, bass clarinet), Stephan Dickbauer (clarinet), Daniel Moser (bass clarinet), Leonhard Skorupa (bass clarinet)

Eintrittspreis: Euro 20,00
⇒ Reservierung

THE CECCALDI TRIO - DJANGO

Vorsicht: Sperrholz! Woody Black 4 erforscht mit warmer Note sämtliche musikalischen Stilmittel, welche die zeitgenössische Kompositionspraxis in den letzten Jahrzehnten mit schwarzem Holz eingebracht hat. Freilich im Dunst des zeitgenössischen Jazz.

 

STOCKWERKJAZZ

Raphael ‚π‘ Preuschl
Raphael ‚π‘ Preuschl

ABGESAGT!
Sa, 12. März 2022, 20:00 Uhr
Raphael Preuschls
∏ STREICHQUARTETT & SOLO-BASSGUITAR
(F/A)
La poésie des fractales
Joanna Lewis (violine), Emily Stewart (violine), Lena Fankhauser (viola), Asja Valcic (cello), Raphael ‚π‘ Preuschl (e-bassguitar)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

∏ Streichquartett und chitarra basso elettrica

Der 44-jährige Wiener mit Wohnsitz im französischen Irgendwo ist einst aus dem Musikerkollektiv Jazzwerkstatt Wien hervorgegangen und ist heute als gefragter Bassist in so verbrieften österreichischen Qualitätswaren wie dem Trio von Peter Rom, dem Trio FAT von Alex Machacek, dem David Helbock Trio oder Wolfgang Puschnigs Homegrown anzutreffen.
Raphael Preuschl ist aber auch ein Pionier und Trendsetter im Spiel der Bass-Ukulele, ein junges und seltenes Zwischending zwischen Akustikbass und Bariton-Ukulele.
Studiert hat Preuschl Kontrabass und E-Bass. Letzteren nennt er hier charmant chitarra basso elettrica. Womit wir endlich beim Thema La poésie des fractales wären, das ihn als ernsthaften und experimentellen Komponisten zeigt.
Mit Kompositionen, die die Schönheit rhythmisch-melodischer Patterns, Ornamente und Arabesken sowie die Symmetrie und die Skaleninvarianz motivischer Fraktale beschreiben. 
Muster und Verhältnisse sind ja wesentliche Aspekte in der Mathematik, Physik, der Natur und nicht zuletzt auch in der Musik, wobei unser Empfinden für Ästhetik stets mit bestimmten Relationen einhergeht. Die musikalische Darstellung freilich ist ein gewagter, aber spannender Versuch, ein Versuch, der ganz und gar nicht kopfig klingt.

 

STOCKWERKJAZZ

Harris Eisenstadt
Harris Eisenstadt

Fr, 18. März 2022, 20:00 Uhr
CANADA DAY (US)  
Nate Wooley (tp), Matt Bauder (ts), Pascal Niggenkemper (bass), Harris Eisenstadt (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

CANADA DAY

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren, als Corona noch ein Bier und ein heiliges Dorf am Wechsel war, gab uns der Tag aus Kanada das erste Mal im Stockwerk die Ehre. Wir erinnern uns gerne an ein denkwürdiges Konzert. Nun hat kanadische Bandleader Harris Eisenstadt die Frontline verschärft und den Pianisten Alexander Hawkins gegen den Saxophonisten Matt Bauder getauscht.
Canada Day war ja ursprünglich der Titel des Debütalbums des Ensembles, das Eisenstadt 2005 gegründet hatte und das seit damals im Format zwischen Quartett und Oktett mit unterschiedlichen Spitzenmusikern zugange ist. Und womit der polyrhythmische Schlagzeuger und originelle Komponist immerhin auch schon wieder sechs CDs auf Clean Feed Records veröffentlicht hat.
Zusammen formen die vier Virtuosen eine komplexe, aber auf ihre Weise wirklich lesbare Musik, die zwar rigoros und manchmal düster wirkt, sich aber gerne in bezwingende Melodien auflöst.
Das ist jetzt bitte rhythmisch komplexer, ausgeheckter Jazz mit elastischen Post-Rock-Grooves und subtilen westafrikanischen Einflüssen im multi-thematischen Trend, wie es auf der Höhe der Zeit eben so ist. Und die Zeit ist hoch, aber teuerlich bzw. abenteuerlich.

 

STOCKWERKJAZZ

 

So, 20. März 2022, 20:00 Uhr
open music
TRAINING (A)
Johannes Schleiermacher (sax, flute, synthesizer), Max Andrzejewski (drums, synthesizer, electronics, voice), Işıl Karataş (visuals)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

 

STOCKWERKJAZZ

MISHKA
MISHKA

Sa, 2. April 2022, 20:00 Uhr
MISHKA (A)
CD-Präsentation
Katja Finsel (cello, voice), Michael Mayr (electronics)

Eintrittspreise: Euro 16,00 / 12,00
⇒ Reservierung

Es ist schon zu einer gewissen Regelmäßigkeit im Stockwerk geworden, dass ein Cello auf Besuch kommt, freilich in einem ganz neuen Kontext abseits von Violoncellokonzerten und Suiten (auch wenn wir erst neulich das Prélude aus der ersten Cello Suite von Johann Sebastian auf unserer Bühne hatten).
Auch die Cellistin Katja Finsel kommt aus der Klassik, wurde aber schon „seit jeher beat- und basslastig“ sozialisiert, wie das heute bei den jungen Leuten so heißt.
Zusammen mit dem Komponisten und Musikproduzenten Michael Mayr, ein Freund alter wie neuer elektronischer Sounds, arbeitet sie im Duo mit dem liebevollen Namen Mishka seit rund drei Jahren in einer veritablen Gratwanderung zwischen klar tanzbaren Strukturen und verspielter, teils noise-artiger Improvisation.
Wobei sich die beiden Freigeister entweder voll in der betörenden Monotonie der Beats verlieren oder diese mit dem so facettenreichen Klang des Cellos durchbrechen. Klingt gut, oder? So oder so, einmal klassisch, einmal experimentell oder gar effektvoll gespielt, ist die Verschmelzung mit den elektronischen Sounds wohl der Weg zum Ziel, zu zweit wie eine Band zu klingen.

 

Styrian Improvisers Orchestra

Steve Swell, Bild: Ziga KoritnikSteve Swell, Bild: Ziga Koritnik

Mo, 4. April, 20 Uhr
10JahreSTIO
Steve Swell meets the STIO and Young Improvisers
mit: Nick Acorne, Tin Dsaferovic, Anna Grenzner Matheu, Hana Kuncic, Álvaro Vallejo Larre, Felix Martl, Ana Ostojic, Mara Probst, Alyona Pynzenyk, Jean Baptiste Rousseaux, und Kerstin Türtscher.

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

Steve Swell trifft auf die junge steirische Improvisationsszene in Kombination mit den Routiniers des STIO

Steve Swell gilt mit seinem unverwechselbaren schmetternden Ton und seiner glänzenden Virtuosität als einer der weltweit herausragendsten Posaunisten. Er hat mit unzähligen Größen der modernen Jazzgeschichte genauso gespielt wie mit den Masterminds des Contemporary Jazz, allen voran John Zorn, Anthony Braxton oder Butch Morris und Elliott Sharp. Vor allem seine Arbeit mit dem Free Jazz-Saxophonisten Jemeel Moondoc ist legendär. Und Swell brachte in seiner langen Karriere sogar das Kunststück zuwege, solche Gegensätze wie Lionel Hampton und Peter Brötzmnann unter einen Hut zu bringen bzw. mit ihnen die Bühne zu teilen.

Die Konzerte mit dem Sympathieträger im Stockwerk zählen zu den besten unserer Geschichte überhaupt. Wir erinneren uns vor allem an den denkwürdigen Auftritt mit Gebhard Ullmann, Hill Greene und Barry Altschul an einem Novembertag des Jahres 2006, der nach Meinung vieler bis heute unerreicht blieb. Ein historischer Tag, oder?

 

STOCKWERKJAZZ

JONES JONES
JONES JONES

ABGESAGT!
Wegen Covid19-Erkrankung von Larry Ochs und Mark Dresser nach den ersten drei Tour-Konzerten muss das Konzert leider kurzfristig abgesagt werden. Wir bedauern sehr!
Di, 5. April 2022, 20:00 Uhr
JONES JONES (US)
Larry Ochs (sopranino & tenor saxophones), Mark Dresser (bass), Vladimir Tarasov (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

JONES JONES
Diese drei alten Haudegen, Meister des avancierten Jazz´, starteten vor gut fünfzehn Jahren mit losen Konzerten in der San Francisco Bay Area und haben sich alsbald unter der Firmenbezeichnung Jones Jones einen singulären Platz in der Welt der improvisierten Musik geschaffen. Dort, wo höchste Konzentration alles ist und sich alles ohne Netz, aber mit doppelten Boden ausloten lässt.
Auch wenn jeder in diesem Trio irgendwie aus dem Free Jazz hervorgegangen ist, werden hier nicht wilde, intensiv donnernde Klangwolken evoziert, sondern berührende, geradewegs meditative Spuren verfolgt und tonale Zentren erschlossen. Expressivität auf kammermusikalischer Temperatur, könnte man sagen.
Und man hört auch, dass die drei Herren aus keinen geringeren Ensembles wie dem klassischen Anthony Braxton Quartet (Dresser), dem Rova Saxophon Quartet (Ochs) oder dem Ganelin Trio (Tarasov) kommen. Und heute an vielen Projekten mit bahnbrechender Musik beteiligt sind.
Die neue CD Just Justice soll jedenfalls pünktich zur Europatour im April 2022 erscheinen.

 

STOCKWERKJAZZ

Peter Kronreif, Bild: Severin Koller
Peter Kronreif, Bild: Severin Koller

Fr, 8. April 2022, 20:00 Uhr
THE WAYFARERS (US/A)
Remy Le Boeuf (alto saxophone), Lucas Pino (tenor saxophone), Addison Frei (piano), Martin Nevin (bass), Peter Kronreif (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

THE WAYFARERS
Ganze zehn Jahre sind mittlerweile durch die Straßen Brooklyns gezogen, seit Peter Kronreif seine letzte CD unter die Leute gebracht hat. Gloaming war damals auch gleichsam das Debüt seiner fünfköpfigen Band Wayfarers. Kronreifs hohe Auslastung als Sideman in vielen New Yorker Gruppen mag der Grund für seine seltenen eigenen Outputs sein. Nun meldet sich der gebürtige Salzburger mit dem Album Aeronautics zurück und steht zur Promotion desselben nun endlich wieder mit seinen Wayfarers ante portas. Mit den formidablen Wanderern liefert er nun einen Jazzsound, der in einer ungemein facettenreichen Form und einem ausgesprochen eleganten, zugleich luftig leichten Ton seinen Ausdruck findet. Kronreifs Stücke bauen viel Spannung auf, mit anmutigen Melodien und Harmonien, die sich unbeschwert zu vielschichtigen Bögen verweben und dichte Atmosphäre schaffen. Darin man findet oft nicht unverspielte Passagen, die immer wieder auch Raum für manche Kühnheiten öffnen und mit ruhigen und einfühlsamen Tönen einen manchmal gar umschmeicheln.

 

 

STOCKWERKJAZZ

SPINIFEX, Bild: Raymond van Mil
SPINIFEX, Bild: Raymond van Mil

Fr, 15. April 2022, 20:00 Uhr
SPINIFEX (B/US/D/P/NL)
Bart Maris (trumpet), John Dikeman (tenor sax), Tobias Klein (alto sax), Jasper Stadhouders (guitar), Gonçalo Almeida (bass), Philipp Moser (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

SPINIFEX
Unsere Sturmwarnung des Monats! Spinifex aus Amsterdam, benannt nach einer zähen australischen Grasart (wonach wiederum die Spinifex People, ein Stamm der Aborigines, benannt sind) mag auf den ersten Blick wie eine Kombination aus freier Improvisation, Punkrock und anderer postmoderner Kraftmusik klingen. Doch unter der Oberfläche entdeckt der Hörer uralte zyklische Rhythmen aus türkischen und indischen Musikkulturen. Irgendwer hat das einmal als „ambitioniert und doch unprätentiös, straff, eingängig, aber auch furchtlos forschend und experimentell“ bezeichnet. Wie auch immer, hier schießen Komposition und musikalische Energie aus allen Rohren, trifft die Unmittelbarkeit des Punk mit langgestreckten Melodien auf die Sophistication des Jazz. Atemberaubend, hätten wir vor Corona frohlockend gesagt.

 

STOCKWERKJAZZ

Lina Allemano
Lina Allemano

Do, 21. April 2022, 20:00 Uhr
LINA ALLEMANO FOUR (CAN)
Lina Allemano (trumpet), Brodie West (alto saxophone), Andrew Downing (double bass), Nick Fraser (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

LINA ALLEMANO FOUR
Nach zahlreichen Versuchen biegt die Trompeterin Lina Allemano mit den Ihren nun endlich auch nach Graz ab. Als eines der führenden Spitzenensembles Kanadas gefeiert, ist ihre Band international längst geprüft als akustisches Kammer-Jazz-Ensemble im Auftrag einer starken Gruppeninteraktion. Ausgestattet mit erschreckend viel Einfallsreichtum, Verspieltheit und Synergie wird dabei die Grenze zwischen Komposition und Improvisation nahtlos verwischt. Die Band tourt seit 2005 ausgiebig durch ganz Europa, USA und Kanada. Ihre Musik besticht mit abstrakter Melodik, die üppige Farben mit dichten, frei fließenden rhythmischen Texturen kombiniert. Die sechs Alben der Band erhielten international viele Auszeichnungen, und im Stockwerk wird es wohl schon Kostproben des Opus Nr.7 mit dem Titel Plague Diaries zum Feiern geben, welches im Herbst unter die Leute kommen soll.

 

STOCKWERKJAZZ

FAT
FAT

Fr, 22. April 2022, 20:00 Uhr
FAT (A/US)
Alex Machacek (guitar), Raphael Preuschl (cello, ukulele, bass), Herbert Pirker (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

FAT
Lob für Alex Machacek kommt von oberster Stelle. Kein Geringerer als Allan Holdsworth soll sich bei dem seit vielen Jahren in Los Angeles lebenden Gitarristen erkundigt haben, wie er den tollen Sound bei der aktuellen Produktion hinbekommen hat. Aber auch vom angesehenen Magazin Guitar Player wurde Machacek bereits auf die große Bühne der internationalen Gitarren-Helden gebeten.
Dennoch ist das Fabulous Austrian Trio, wie sich die drei beharrlichen Hutträger in Anlehnung an eine englische Popgruppe nennen, deren Name uns im Moment nicht einfallen will, keine Gitarren-lastige Band, wie man sie von der Rockmusik kennt. Der Name der Band ist aber in jedem Fall Programm. Vor allem live und in Farbe ist das furios, wild und aufwühlend. Auf einem atemberaubend hohen Niveau zwischen waghalsiger Technik, kühnen Sprüngen und verwunschenen Akkordfolgen wird hier alles in einem präzisen Ensemblespiel verschweißt, das uns bisweilen gar an Frank Zappa erinnert. Rhythmisch komplex und erfrischend.

 

Musikwerkstatt Graz

 

Wegen Krankheit abgesagt!
Do, 5. Mai 2022, 20:00 Uhr
EDDIE LUIS & HIS JAZZ PASSENGER
The Sound - A Tribute to Stan Getz
Featuring Milos Milojevic (tenor saxophone)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Der elegante Melodiker Stan Getz (1927-1991) gehörte über Jahrzehnte zu den einflussreichsten Saxophonisten der Welt und war mit 11 Grammy Awards stilbildend im Bereich des Cool Jazz und im Latin-Jazz. Mit Belgrader Milos Milojevic haben wir einen Saxophonisten in den Reihen der Jazz Passengers, der nicht nur alles spielen kann, sondern keine technischen Fähigkeit missen lässt, um dem Original ein würdiges Denkmal zu setzen.

 

STOCKWERKJAZZ

Anna Lauvergnac
Anna Lauvergnac

Fr, 6. Mai 2022, 20:00 Uhr
ANNA LAUVERGNAC QUARTET (I)
Anna Lauvergnac (vocals), Oliver Kent (piano), Hans Strasser (bass), Dusan Novakov (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

ANNA LAUVERGNAC QUARTET
Back in Town Again wurde vor 20 Jahren der Dancecore-Brüller Rocco nicht müde, auf die Tanzflächen Europas zu stampfen. Back in Town Again ist zum Glück vergessen und darf jetzt wieder ungeniert für all jene verwendet werden, die schon einmal da waren, bevor man sie vermisst hat. Wie zum Beispiel Anna Lauvergnac, die noch immer eng mit ihrer ehemaligen Studienstadt Graz verbunden ist, wo sie am Jazzinstitut der KUG bei keinen Geringeren als Jay Clayton, Mark Murphy, Andy Bey und Sheila Jordan studiert hat. Anna singt aus ihrem Herzen, hat uns Letztere denn auch einmal über die Triestiner Jazzsängerin vorgeschwärmt. Und Sheila muss es ja wissen, steht diese doch mit lockeren 93 Jahren immer noch auf der Bühne. Freilich musste Mark Murphy mit seinem Charme das Kompliment noch überbieten: „Sie hat all den Ausdruck, den man braucht und von einer wunderschönen Sängerin erwarten“. So was aber auch. Back in Town Again klingt aber auch ein bisschen wie Coming Back Home, so der Titel von Annas vorletzter CD, die immerhin gut genug für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik war. In der Tat scheint die ehemalige Sängerin des legendären Vienna Art Orchestra mit ihrer Form emotional-expressiver Dringlichkeit längst zu Hause angekommen sein. Wenn sich das weich rauchige Timbre ihrer geschmeidigen Altstimme und ihre nonchalante Phrasierung in das swingende Umfeld einschmiegen.

 

STOCKWERKJAZZ

Elisabeth Harnik, Bild: Bernhard Guenther
Elisabeth Harnik, Bild: Bernhard Guenther

Sa, 7. Mai 2022, 20:00 Uhr
EARSCRATCHER (Chicago-Graz)
Dave Rempis (saxes), Fred Lomberg-Holm (cello), Elisabeth Harnik (piano), Tim Daisy (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

EARSCRATCHER
Ursprünglich war das Gipfeltreffen Chicago-Graz ja zum 50. Geburtsjubiläum von Elisabeth Harnik geplant. Dann kam Corona und die Hetz musste verschoben und verschoben werden.
Die Zeit bis zu ihrem sehnlichst erwarteten Stockwerk-Konzert mit den Freunden aus der Windy City hat Harnik ausgiebig dazu genutzt, um u. a. mit dem Steirischen Musikpreis für Komposition, alias Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis, ausgezeichnet zu werden. Diesen hat die Klavierspielerin, Komponistin, Klangkünstlerin und selbst auch Musikveranstalterin fünf Tage vor Drucklegung dieses Folders zugeprochen bekommen. Gratulation!
Immerhin werden ihre Werke auch von führenden Ensembles zeitgenössischer klassischer Musik aufgeführt. Nun pflegt Elisabeth Harnik seit geraumer Zeit auch enge Kontakte zur immer schon äußerst kreativen Chicagoer Musikszene, die dem Free Jazz zuzuordnen kein fundamentaler Fehler ist. Und so konnte Harnik mit dem Quartett Earscratcher ein so hochkarätiges wie spannungsgeladenes neues Ensemble zusammenstellen, das im Wechselspiel von Kalkulation und Spontaneität sowie systemimmanenter Intervention einen ständigen Prozess des Reflektierens und Nachspürens evoziert. Auf alle Fälle wird hier auch mit aller Selbstverständlichkeit und gebotener Energie versucht, eine lebendige Methode der Improvisation zu definieren.

 

Styrian Improvisers Orchestra

150 values, Josef Klammer, Bild: Miran Kramar
150 values, Josef Klammer, Bild: Miran Kramar

Do, 12. Mai 2022, 20:00 Uhr
10JahreSTIO
150 Values 2.0 – STIO & Fiston Mwanza Mujila & Josef Klammer
In Graz werden mindestens 150 Sprachen gesprochen. Siri, Alexa oder Language Translation Devices sprechen auch einen Großteil dieser Sprachen. Aus diesen synthetischen Stimmen extrahiert Josef Klammer sein Klangmaterial. Die Vocal-Performance von Fiston Mwanza Mujila und das STIO werden von Klammer in Echtzeit dirigiert und moduliert.
Im Auftrag der I.S.O.P. wurde 150 Values 1.0 im Rahmen des Grazer Kulturjahres am 3. Juli 2021 uraufgeführt. 

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

with kind support:
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STOCKWERKJAZZ

Madeleine Joel
Madeleine Joel

Fr, 13. Mai 2022, 20:00 Uhr
FRESH SOUND - NEW TALENT
MADELEINE JOEL TRIO (A)
Ö1-Jazzpreisträgerin 2021
Madeleine Joel (alto saxophone), Katarina Kochetova (piano), Matti Felber (drums)

Eintrittspreise: Euro 16,00 / 12,00
⇒ Reservierung

MADELEINE JOEL TRIO
Das haben wir der regierenden Ö1-Jazzpreisträgerin im Vorjahr in die Hand versprochen. Damals, als wir während des soundsovielten Lockdowns im Rahmen des Ö1-Jazztages und mit einer ORF Live-Übertragung eines - auch gestreamten - Doppelkonzerts den UNESCO International Jazz Day feierten, also am 30. April. Und damals wurde eben auch der strahlenden Sängerin und Saxophonistin Madeleine Kaindl der genannte Preis von Jazzredaktionsleiter Andreas Felber überreicht. So, jetzt hätten wir das auch gesagt.
Inzwischen ist die Linzerin, mittlerweile zu Madeleine Joel mutiert, in aller Genre Munde und sorgt neben ihrem Trio auch mit der Knef-Hommage Madeleine Joel & the Hildeguards für allerhand Aufsehen. Natürlich auch bei uns, wo sie damit am 22. Dezember Hof halten wird. Und wer weiß, vielleicht feiern Madeleine und Stockwerkjazz schon bald auch den gemeinsamen 30. Gerburtstag?

Das Repertoire ihres Trios besteht fast ausschließlich aus Eigenkompositionen, inspiriert von der eigenen Biographie, wie jung Madeleine meint. Diese sind sowohl lyrisch, melancholisch anmutende Themen als auch impulsive freie Improvisationen, die sie zusammen mit der serbischen Pianistin Katarina Kochetova und dem österreichischen Schlagzeuger Matti Felber mit erweckendem Feeling über die Bühne bringt.

 

Styrian Improvisers Orchestra

THE GGRIL, Bild: Marie-Pierre Morin
THE GGRIL, Bild: Marie-Pierre Morin

Di, 17. Mai 2022, 20:00 Uhr<
10JahreSTIO
THE STYTRIAN IMPROVISERS ORCHESTRA (STIO)
meets
THE GGRIL – The Grand groupe régional d’improvisation libérée (CAN)
Catherine S. Massicotte (violin), Patricia Ho-Yi Wang (violin), Clarisse Bériault (oboe), Sébastien Côrriveau (bass clarinet), Emie Lachapelle (alto saxophone), Robin Servant (accordion), Isabelle Clermont (electric harp), Marc-Antoine Mackin-Guay (baritone guitar), Olivier D'Amours (electric guitar), Pascal Landry (classical guitar), Luke Dawson (upright bass), Thomas Gaudet-Asselin (electric bass), Éric Normand (electric bass), Tom Jacques (percussion)

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

Das GGRIL ist ein großes Improvisationsensemble aus Rimouski, einer kleinen Stadt östlich von Quebec. Das von der Presse einmal liebevoll als „poststructuralistic village band“ bezeichnete Orchester hat bereits auf zahlreichen Festivals in Kanada und Europa gespielt. Sein Repertoire umfasst Kompositionen von u.a. John Butcher, Jean-Luc Guionnet oder Ingrid Laubrock.
Im Rahmen seiner Europatournee trifft die "Dorfkapelle" nun erstmals auf das STIO, wobei das erste Set allein dem GRRIL gehört, bevor es dann im zweiten Set zum Big Bang zusammen mit dem STIO kommt.
Wo bringen wir nur all die Leute unter!

 

STOCKWERKJAZZ

Rick Margitza
Rick Margitza

Mi, 18. Mai 2022, 20:00 Uhr
JBBG Smål & RICK MARGITZA
Horst-Michael Schaffer (trumpet, flügelhorn, vocals), Heinrich von Kalnein (saxophones), Karen Asatrian (keyboards), Thomas Wilding (e-bass), Tom Stabler (drums, live-electronics); Rick Margitza (saxes)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

JBBG Smål featuring RICK MARGITZA
Jetzt werden es auch schon wieder vier Jahre, dass wir diese Extra-Reihe mit dem Taschenformat der Jazz Big Band Graz, liebevoll auch JBBG Smål genannt, gemeinsam ins Leben gerufen haben. Damals freilich noch mit dem im Februar 2021 so jäh verstorbenen Keyboarder Uli Rennert, der nun durch Karen Asatrian würdevoll ersetzt wird.
Eine ganze Reihe von Stargästen ließ man seit damals im Stockwerk aufsalutieren und ging in der Folge mit manchen (u.a. Nguyên Lê) sogar ins Studio. Einmal mehr überraschen die fünf Herren nun mit einem schillernden Gast, für den eigentlich schon im verwichenen Dezember alles angerichtet war. Allein, wir hatten die Rechnung ohne des Volkes Corona-Disziplin gemacht.
Kein Geringerer als Tenorsaxophonist Rick Margitza wird nun endlich als Solist die Bretter, die für uns im Stockwerk die Welt bedeuten, betreten. Jener Margitza also, der lange mit Maynard Ferguson auf Achse war und in den späten 80-ern von Miles Davis einberufen wurde. Und der mehr als 15 Jahren nach seiner letzten Veröffentlichung erst im Vorjahr mit dem fesselnden Album
Sacred Hearts als Leader zurückgekehrt ist.

 

STOCKWERKJAZZ

PHRAIM
PHRAIM

Sa, 21. Mai 2022, 20:00 Uhr
FRESH SOUND - NEW TALENT
PHRAIM (A)
Tides
Nina Reiter (vocals, comp.), Viola Hammer (piano), Marc Mezgolits (bass guitar), Peter Primus Frosch (drums, comp.)

Eintrittspreise: Euro 16,00 / 12,00
⇒ Reservierung

PHRAIM
Mit seiner nunmehr sechsten CD innert etwas mehr als fünf Jahren war das schweizerisch-österreichsiche Quartett Phraim bislang schon ganz schön fleißig bei seiner Suche nach neuem Terrain im blühenden Land des sogenannten Contemporary Jazz. Und ebendort einen so unverwechselbaren Sound zu finden, ist schon einmal die halbe Miete des Erfolgs, der dem Quartett auch schon allerhand internationalen Lorber einbrachte.
Am Prinzip einer Working Band mit dem Anspruch des wahrhaftigen Kollektivgedankens hat sich auch nach einem Besetzungswechsel vor zwei Jahren nichts geändert. Packende Grooves und atmosphärisch dichtes Interplay bestimmen das kontrastreiche und subtile Abenteuer.

Das neue Album mit dem gefährlichen Titel Hysteria zeigt sich nun so vielschichtig wie die Hintergründe der so oft diagnostizierten Hysterie. Musikalisch nuanciert und textlich pointiert gestatten die Eigenkompositionen tiefe Einblicke in emotionale Abgründe und Höhenflüge. Die ausgewiesenen lyrischen Texte stammen mit Ausnahme einer Gedichtvertonung alle aus der Feder von Sängerin Nina Reiter und sind stark von den beiden Confessional Poetry-Vertreterinnen Sylvia Plath uns Anne Sexton beeinflusst.

 

STOCKWERKJAZZ

Brandon Seabrook
Brandon Seabrook

Mo, 23. Mai 2022, 20:00 Uhr
open music
THE SEABROOK TRIO (US)
Brandon Seabrook (guitar), Cooper-Moore (didley-bow), Gerald Cleaver (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

THE SEABROOK TRIO
Gar manche werden Brandon Seabrook noch als liebevollen Banjo-Spieler der New Yorker Band Mostly Other People Do the Killing in Erinnerung haben. Oder als Mitglied von The Jazz Passengers (nicht den unsrigen, sondern jenen des Saxophonisten Roy Nathanson). Als Banjo-Spieler ist Seabrook jedenfalls ein gefragter Mann für ausgefallene, mit der Tradition kokettierende Projekte, als Gitarrist ist er ein Meister der kontrollierten Sprengung. Vor zwei Jahren stellte der Stromgitarrist mit dem schrägen Speed-Picking und den zackigen Akkorden mit Exultations erstmals sein Trio vor. Doch keine Rede davon, dass sich die drei Querdenker zu New-Yorkish Creative Jazz kombinieren würden, stattdessen gehen sie in eine eher psychedelische Richtung mit unterschwelligen Bluegrass-Tönen. Auf der brandneuen zweiten CD In The Swarm (Astral Spirits) hat die putzmuntere Combo jedenfalls keine Angst, Metaphern zu mischen. Zwar legt die Rhythmussektion bisweilen einsickernde, groove-artige Vamps hin, aber kaum wähnt man sich auf sicherem Terrain, mischt sich Herr Seabrook mit widerspenstigen Außenlinien ein, die auf charmant rohe Weise gespielt werden. Dem dann mit viel Sound-Sculpting und erweiterten Techniken eine Überraschung auf die nächste Irritation folgt. Unerhört erfrischend!

 

STOCKWERKJAZZ

Wir für Ukraine

Do, 2. Juni 2022, 20:00 Uhr
WIR FÜR UKRAINE – Songs für den Frieden

⇒ Reservierung

in Kooperation mit der KLEINEN ZEITUNG & CARITAS

 

 

 

 

 

STOCKWERKJAZZ

Vesna Pisarovic
Vesna Pisarovic

Fr, 3. Juni 2022, 20:00 Uhr
VESNA PISAROVIC TRIO (BiH/F/US)
Songs of Long Breath — The Sevdah Project
Vesna Pisarovic (vocals), Noel Akchote (electric guitar), Greg Cohen (double bass)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

VESNA PISAROVIC TRIO
Songs of Long Breath — The Sevdah Project


Ach, wie schön! Das gibt es nur in Bosnien. Die Redewendung Songs of Long Breath bringt die Essenz der exorbitanten bosnischen Volksmusikform „Sevdah“ gleich auf den Punkt. Um nicht mehr und nicht weniger das Motiv des melancholischen Liebesverlangens herum, der ewigen Substanz der Sehnsucht, sind diese unwiderstehlichen Lieder aufgebaut. Der Name „Sevdah“ oder „Sevdalinka“ stammt vom arabischen „saewda“, wie einer der hippokratischen Säfte, die schwarzen Galle – oder die Melankholé – einst bezeichnet wurde.
Die Disziplin der Sehnsucht: Die gleichsam langen wie in die Länge gezogenen melodischen Formen werden in einem Atemzug gesungen!
Und doch, außerhalb des Kontexts ihrer traditionellen Instrumentierung und Begleitung, in Vehikel für klangliche Erkundungen und experimentelle Improvisationen übersetzt, mit Hilfe des Instrumentariums des frei improvisierten Jazz und der elektroakustischen Musik dekonstruiert, beginnen diese Songs eine dichtere, synergetische Form anzunehmen: gleichsam direkt und distanziert, verstörend und verspielt, melancholisch und fröhlich zugleich.
Die in Berlin lebende kroatische Sängerin Vesna Pisarović (in jungen Jahren zweimalige Song Contest-Teilnehmerin!) offenbart uns in sehr prominenter Begleitung diese intensiven Kontraste, während sie uns gleichsam mit der Anmut einer genre-übergreifenden Musiksprache konfrontiert, die gekonnt Tradition und Avantgarde, Form und Freiheit, Melodik und Anarchie miteinander verbindet.

 

STOCKWERKJAZZ

Sarah Chaksad´s SONGLINES
Sarah Chaksad´s SONGLINES

Sa, 4. Juni 2022, 20:30 Uhr
Sarah Chaksad´s SONGLINES (CH/N/A/BRA)
Lisette Spinnler (vocal), Sarah Chaksad (alto sax), Hildegunn Øiseth (trumpet), Pepe Auer (bass clarinet), Malcolm Braff (piano), Dominique Girod (bass) 

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Sarah Chaksad - SONGLINES

Die Power-Lady und ihre wilde Truppe wollen´s wissen.
Vom Großen zum Kleineren, vom Orchester zum Sextett: Die in Basel lebende Saxophonistin Sarah Chaksad geht einen eher ungewöhnlichen Weg. Nachdem sie sowohl mit ihrem Sarah Chaksad Orchestra als auch mit dem aus 15 Musikerinnen bestehenden "International Female Musicians Collectiv“ (IFMC) als Leaderin mit eigensinnigen Kompositionen für Aufsehen gesorgt hatte, versammelt die Komponistin mit dem typisch älplerischen Namen nun nur mehr zwei Musikerinnen und drei Musiker um sich – ein internationales Sextett mit herausragenden jungen Persönlichkeiten.

​Sarah Chaksad schreibt kraftvolle und zugleich gefühlsbetonte Musik. Das gilt besonders für diese Songlines, die neuen Kompositionen für das Sextett. Im kleineren Format und durch die illustre Instrumentierung erhalten ihre Stücke zusätzlichen Esprit, noch mehr Dringlichkeit, gesteigerte Lust und Intensität. Hier, wo die Individualität eine wesentlich größere Rolle spielt und ausgeprägter zur Geltung kommt als im Orchester, in diesen Metamorphosen, die ihre Stücke durch diese prägenden Persönlichkeiten erfahren, bekommt Sarah Chaksads Musik flinke Flügel.

 

STOCKWERKJAZZ

UASSYN, Bild: Dominik Zietlow
UASSYN, Bild: Dominik Zietlow

Fr, 10. Juni 2022, 20:30 Uhr
UASSYN (CH)
Tapiwa Svosve (alto saxophone), Silvan Jeger (double bass), Vincent Glanzmann (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

UASSYN

Was ist Skater-Jazz? Spielt man diesen auf der Halfpipe? Muss man dabei eine Mütze verkehrt herum tragen? Fragen über Fragen zu einer neuen Strömung (vormals Avantgarde), die sich in den Städten London, Berlin und Zürich formiert.
Auf alle Fälle bringt das einen ansteckenden frischen Funken in die Jazzwelt. Und dieses Trio mit dem verstolperten, schadenfroh erfundenen Namen bringt noch eine Welle von Loft Jazz-Nostalgie mit sich.
Die Musik strotzt vor Energie und Vitalität, hat aber auch viel Platz für zarte und balladeske Momente. Die Songs wirken hypnotisch, leben von einem durchdringenden Beat und nutzen die Schlupflöcher, die der Jazz verspricht. Die Fremdartigkeit, die ihre Musik ausstrahlt, setzt sich mit rätselhaften Songtiteln wie "Dji-ut", "Mmoosh" oder "Kheretem" fort. Komplexe Konzepte also, die von der ursprünglichen Energie dreier hartnäckiger Schweizer Individualisten durchdrungen sind.

Die vor etwa sieben Jahren gegründete Combo erfindet das traditionsreiche Sax-Trio gewissermaßen neu, indem sie den Geist des Free Jazz mit einer sehr neuartigen und durchaus physisch erfahrbaren Beat-Kultur kombiniert. Dabei gehören auch Momente des Beinahe-Stillstands zu ihrer kryptisch-komplexen Musik, die zwischen Abstraktion, musikalischer Interaktion und Action oszilliert. Auf alle Fälle ist UASSYN eine dieser seltenen Gruppen mit einem ausgeprägten, starken Sinn für gemeinsame Identität. Und diese auch noch mit pulsierender Synergie über die Rampe bringt.

 

STOCKWERKJAZZ

Tobias Pustelnik
Tobias Pustelnik

Sa, 18. Juni 2022, 20:30 Uhr
Fresh Sounds – New Talents
TOBIAS PUSTELNIK QUARTETT (A)
Tobias Pustelnik (soprano- / tenor saxophone), Christopher Pawluk (guitar), Andreas Waelti (bass), Valentin Duit (drums)

Eintrittspreise: Euro 16,00 / 12,00
⇒ Reservierung

Fresh Sounds – New Talents
TOBIAS PUSTELNIK QUARTETT

Als wir im Stockwerk das Werk der Mission begonnen haben, war John Coltrane schon lange tot und Tobias Pustelnik gerade einmal drei Jahre alt. Dennoch musste der Grazer zuerst Geige und Flöte lernen, bis ihn schließlich ein Big Band-Konzert in den Bann des Saxophons trieb, welches er alsbald bei Karlheinz Miklin am Jazzinstitut der KUG studieren sollte. Seinen Master machte Pustelnik dann allerdings in Amsterdam, wo er sich auch in die Jazzimprovisation und Transkriptionen aus dem Tristano-Kreis vertiefte, um seine Wahrnehmung für die Konstruktion melodischer und motivischer Improvisation zu erweitern. Heute gelten keinen Geringeren als Dexter Gordon, Joe Henderson und Seamus Blake als seine markantesten Einflüsse. Immerhin mit Letzterem konnten wir im Stockwerk schon dienen. Vielleicht war jung Tobias weiland sogar zugegen?
Auf alle Fälle zählt der junge Herr am Tenorsaxophon, der uns schon in Big Bands sonder Zahl aufgefallen ist (u. a. Graz Composers Orchestra, Emiliano Sampaio Mega Mereneu Project), heute zu den Besten seines Faches im Lande und ist glatt eine Zierde unseres Sortiments in der jungen Extrareihe Fresh Sounds – New Talents.
Die Wurzeln seines vor vier Jahren gegründeten Quartetts sind freilich fest im Jazz verankert, und es ist die beredte Improvisation, in der die Band das Moment der Interaktion findet und sich ganz und gar experimentierfreudig zeigt. Kreative Herausforderungen schafft sich die junge Wiener Band selbst in komplexen Soloformen und Vamps, welche meist einer dynamischen Melodie zugrunde liegen. Und als zupackender wie eloquenter Virtuose hat Tobias Pustelnik ohnehin eine große Zukunft vor sich.

 

STOCKWERKJAZZ

JOE McPHEE & JOHN EDWARDS, Bild: Dawid Laskowski
JOE McPHEE & JOHN EDWARDS
Bild: Dawid Laskowski

Mi, 22. Juni 2022, 20:30 Uhr
JOE McPHEE & JOHN EDWARDS (US/GB)
tenor saxophone/trumpet & double bass

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

Joe McPhee & John Edwards

Eine der Sternstunden in der Geschichte des Festivals artacts im tirolerischen St. Johann liegt nun als Vinyl (Idyllic Noise) vor. Erstmalig als Duo berührten dabei vor über drei Jahren Joe McPhee und John Edwards mit tiefer Spiritualität und sprudelndem Spielwitz zugleich. Einzig und allein am sattsam salbungsvollen Titel Tell me how long has Trane been gone (For James Baldwin and John Coltrane) hätte man noch arbeiten können.
Der legendäre afroamerikanische Trompeter und Saxophonist Joe McPhee zeigt mit seinen lockeren 82 Jahren noch immer vielen Jüngeren, wo der Hammer hängt. In Sachen des musikalischen Ausdrucks allemal. Seit den späten 60-ern prägt er die kreative und freie Jazzszene entscheidend und nachhaltig mit einem Spiel voller Inbrunst und Leidenschaft.

Zu den aktuell gefragtesten Bassisten dieser Liga zählt zweifellos John Edwards. Der muntere Brite scheint ja sowieso auf Dauerachse zwischen Festivals und Clubs in ganz Europa und dem Rest der Welt zu sein. Neben Joe McPhee zählen vor allem die Haudegen Phil Minton, Maggie Nichols, Roger Turner, Sunny Murray oder Louis Moholo Moholo zu den musikalischen Seelenverwandten des 58-jährigen Tieftonbeauftragten. Und wer erinnert sich nicht gerne an das sagenumwobene Trio PaPaJo mit Schlagwerker Paul Lovens und dem Posaunisten Paul Hubweber?!

 

STOCKWERKJAZZ

Wolfgang Schalk
Wolfgang Schalk

ACHTUNG! AUSWÄRTSSPIEL!
Fr, 24. Juni 2022, 19:30 Uhr
Koproduktion mit forumKLOSTER:

WOLFGANG SCHALK QUARTET
ObSession
Wolfgang Schalk (guitars), Oliver Kent (piano, fender rhodes), Danny Ziemann (bass), Vladimir Kostadinovic (drums)

Ort: Live @ forumKLOSTER, Rathausplatz 5, 8200 Gleisdorf
Tickets: https://www.oeticket.com/event/wolfgang-schalk-obsession-forum-kloster-gleisdorf-14677202/

WolfGang Schalk´s ObSession

Im kosmopolitischen, urbanen Puls zwischen West Coast und New York schaffte es Schalk, sich mit seinem persönlichen Stil im stimulierenden, existenziell harten Ambiente zu etablieren und sich in der US-Szene einen Namen zu machen. Von „a guitarist’s guitarist“ über “a master improviser” bis zum “musical natural phenomenon” reicht der mediale Lorbeerkranz.
Der geborene Gleisdorfer, der in Graz jazzmäßig sozialisiert wurde, zitiert als subtiler Gitarrist natürlich seine Einflüsse von Wes Montgomery bis Pat Metheny, spielt aber mit dem unnachgiebigen Forscherdrang eines Improvisationsmeisters. Als Komponist und Produzent ist er indes in einer eigenen Liga beheimatet.
Schalks Musik ist ein Balanceakt zwischen organischer Komplexität, sensibler Lyrik und Heavy Grooves. Seine markant opulenten Gitarrenflüge werden auf seinem neuen Album ObSession von einer hochkarätigen Rhythm Section getrieben, und die sogenannte Power of Now ist Ausgangspunkt für das nachhaltige Interplay mit seinen Bandmates. Im Corona-Jahr 003 hat Wolfgang Schalk eine neue Band formiert, die wir nun in einem kooperativen Auswärtsspiel in Gleisdorf auf eine große Bühne bringen.

 

STOCKWERKJAZZ

RUF DER HEIMAT, Bild: Schorle
RUF DER HEIMAT, Bild: Schorle

Do, 30. Juni 2022, 20:30 Uhr
Der deutsche Free Jazz-Klassiker
RUF DER HEIMAT (D)
Thomas Borgmann (sax), Christof Thewes (trombone), Jan Roder (bass), Willi Kellers (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
⇒ Reservierung

RUF DER HEIMAT

Urkundlich erwähnt wird der deutsche Free Jazz-Klassiker Ruf der Heimat erstmals im Jahr 1992, zunächst nur mit Ernst-Ludwig Petrowsky als zweiten Saxofonisten, dann einige Jahre verstärkt mit Peter Brötzmann, oder auch immer wieder in der erweiterten Formation mit Petrowsky und Heinz Sauer. Dazwischen gabs aber auch immer wieder Tourneen mit Charles Gayle, Roy Campbell, Johannes Bauer und Olaf Rupp.
Es gibt Leute die spielen Soul oder Blues - die Vier spielen Ruf Der Heimat, hat einmal wer gesagt. Die Mission ist so einfach wie komplex: Es geht um Kreativität und Improvisation. Jeder Ton ein Statement! Das kann sich dann schon ganz schön manifestartig verdichten bei so vielen Tönen.

Bald 33 Jahre nach dem Mauerfall hat sich vieles in Deutschland verändert. Die Stimmung ist komplett eine andere. Nicht mehr Aufbruch und Suche, sondern Ungewissheit und Radikalisierung dominieren. Was ist von der Heimat geblieben? Von ihrer Ursprungsidee. Zwei Mitglieder sind nicht mehr dabei – eine neue Besetzung spielt. Aber der Posaunist Christof Thewes ist nicht einfach ein Ersatz für die Free Jazz-Urgesteine, sondern verleiht der Band eine völlig neue Dynamik.

Die Musik klingt anders, bleibt aber genauso gültig. Mehrstimmige Melodien und Polyrhytmik bestimmen das Klangbild. Der Jazz wird noch mehr zur Heimat. Die Metamorphose gelingt! Die Musik passt auch in die neue Zeit. Amen.

 

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